11 Strategien für deine Texte: Schneller schreiben trotz Content-Blockade

Schneller schreiben trotz Content-Blockade

11 vorteilhafte Strategien, um Text für Landingpages, Blogartikel und Newsletter schneller, konzentrierter und motivierter zu schreiben.

Wenn ich heute auf die letzten Jahre meiner Selbstständigkeit zurückblicke, gleichen diese einer Achterbahnfahrt. Solange ich Texte im Auftrag schrieb, fühlte sich die Arbeit leicht und beschwingt an. Doch sobald es an meine eigene Content-Produktion ging, stand ich wie Häschen vor der Schlange: Es fühlte sich an, als säße eine aufdringlich kreischende Person auf meiner rechten Schulter, die pausenlos die Qualität meiner Texte kritisierte. Ob Landingpages, Blogartikel oder Newsletter – was immer ich anfasste, wurde von ihr zerpflückt. 

Zu banal! Wos is die G’schicht? Damit erfindest du doch das Rad nicht neu! Sätze wie diese kreischte sie in mein rechtes Ohr und hielt mich damit im Korrektur-Modus gefangen. Jedes Schreibprojekt fühlte sich endlos an (und dauerte tatsächlich eine Ewigkeit). Verunsichert, weil Texte für mein eigenes Business nicht und nicht fertig wurden, verlor ich das Vertrauen in meine eigenen Ideen, Gedanken und Worte.

Besonders fies war das Sollte-Aber-Gewissen, das sich aus dieser Content-Blockade aufbaute. 

Ich sollte regelmäßig Blogartikel posten. 

Zumindest ein Newsletter pro Woche sollte raus.

Die Landingpage für meinen Workshop sollte online. 

ABER. 

Gerade jetzt braucht eine Stammkundin dringend meine Hilfe. 

Nur noch dieses eine Telefongespräch. Es ist wirklich wichtig.

Das Tagesgeschäft ruft.

Die Wahrheit ist, es braucht Zeit für das eigene Business Content zu produzieren und Webtexte zu schreiben.

Wer dir etwas anderes erzählt, schwindelt. Oder hat es selbst noch nie versucht.

Content produzieren und Webtexte schreiben braucht Zeit.

Leider sind da noch weitere Wahrheiten: Wer keinen Content produziert und Webtexte nicht pflegt, optimiert und erneuert, verliert. Wer Content und Webtexte für das eigene Business erstellen lässt, anstatt diese selber zu schreiben, wirtschaftet nicht nachhaltig.

Klar kannst du Profis engagieren. Nur sind richtig gute Copywriter für authentische Webtexte und konvertierende Websites in der Regel …

A. über Wochen oder Monate ausgebucht und 

B. ein schwergewichtiger Posten in deinem Marketing-Budget.

Die gute Nachricht ist, du kannst deinen Schreib-Prozess optimieren und trainieren, schneller zu schreiben. Mit einfachen Strategien, die du sofort umsetzen kannst. 

Was mir hilft, kann auch dir helfen, also stelle ich dir hier 11 Strategien vor, die ich im letzten Jahr in meine Schreibprojekte habe einfließen lassen. Was mir hilft, trotz Content-Blockade schneller, konzentrierter und motivierter Texte für Landingpages, Blogartikel oder auch Newsletter zu schreiben, erfährst du hier.



1. Stimm dich ein – denk positiv

Wir starten mit einer Erwartungshaltung in jedes Schreibprojekt. Für meine eigene Contentproduktion fühlte sich das lange Zeit in etwa so an: 

Oh nein, schon wieder muss ein Blogartikel her. 😫 Warum schreibe ich bloß so langsam? Diesen Beitrag bekomme ich nie fertig. NIEMALS 😩

Heute weiß ich: Mit Gedanken wie diesen bin ich nicht alleine. Kennst du sie auch? Willkommen im Club 😏

Tatsächlich richtet sich unser Unterbewusstsein an unserer Erwartungshaltung aus. Deswegen ist der ehrliche Blick auf die eigene Einstellung wichtig, wenn man etwas am eigenen Schreib-Prozess verändern will.

Eben darum geht es: Verändere deine Erwartung und beeinflusse damit dein Unterbewusstsein. Probier es aus und stimm dich positiv in dein Schreibprojekt ein: 

Ich bin eine schnelle Schreiberin und werde heute diesen Webtext fertig schreiben. 


2. Zerebrale Mixtunes

Ping – eine neue E-Mail flattert rein.
Miauuuuu – der Homeoffice-Tiger fordert Aufmerksamkeit.
Und dann läutet auch noch das Telefon.
Fokussiertes, konzentriertes Arbeiten ist gar nicht so einfach 🤯 Ablenkungen lauern überall – im klassischen Büro ebenso wie im Homeoffice. 

Was mir hilft, um konzentriert zu arbeiten, ist Musik. Nicht aus dem Radio und auch nicht meine liebste Playlist, sondern Deep-focus oder Low-Fi Musik. Damit gemeint sind Wiedergabelisten mit Musik, die konzentriertes Arbeiten möglich machen und die Welt um mich herum für einen Moment auf „mute“ stellen. Such einfach nach Musik für bessere Konzentration und klick dich durch. Du kannst dich auch durch die Low-Fi Playlists auf Spotify durchprobieren (solange du dein Telefon dabei im Nicht-stören-Modus betreibst).  


3. Starte mit dem Ende

Denke an das Ergebnis deines Schreibprojekts. Was soll deine Leser:in aus deinem Beitrag mitnehmen? Soll die Leser:in eine Handlung vornehmen? Wenn ja, welche?

Dann modellierst du die kleinstmöglichen Schritte, damit du deine Leser:in zu diesem Nutzen führst.

Ich geb dir ein Beispiel anhand dieses Blogbeitrags. Mein Ziel ist es, jeder Leser:in eine Liste mit leicht umsetzbaren Tipps mitzugeben, damit sich schnelle Erfolge für die eigene Webtext-Schreibe einstellen. Und so neuen Mut zu fassen, gegen die eigene Content-Blockade anzuschreiben. 


4. Eine Grube voller Inspiration

Worüber soll ich nur schreiben?

Würde ich einen Cent bekommen, immer wenn sich in mir diese Frage auftut, wäre ich jetzt stolze Besitzerin meiner eigenen Herde Islandpferde. 

Aus diesem Grund führe ich eine Themenliste, sie ist eine Fundgrube prall gefüllt mit Inspiration. Das ist besser Gold (Naja, zumindest für den Moment, in dem du etwas Schreiben möchtest und nach einer Idee suchst.)

Ich weiß ja nicht, wie es dir geht, aber meine kreativen Zellen halten sich fix nicht an meine Arbeitszeit. Neue Ideen poppen bei mir garantiert dann auf, wenn ich nicht am Schreibtisch sitze: Im Gespräch mit anderen, beim Magazin stöbern im Wartezimmer, auf der Laufstrecke, am Pferd. Für meine Themenliste nutze ich daher ein digitales Notizbuch, dort kann ich eine Sprachaufnahme oder ein paar Worte speichern, ordne sie passenden Tags zu und fertig. 

Beim Sammeln gibt es kein richtig oder falsch. Trag zusammen, was dir einfällt, Hauptsache, du findest es später wieder. Ob analoges Notizbuch, Google Docs oder Excel-File – wähle jene Lösung, die für dich am besten passt.


5. Kurz und gut

Wenn du auf Seite eins bei Google landen willst, musst du x-y-z tun. Ein Text muss lang sein.
✋ Stop! Hier tun sich gemeine Denkfallen auf.
Kennst du sie auch? Sei so gut und schreib sie mir in die Kommentare. Mir persönlich gibt es ein leichtes Gefühl, wenn ich weiß, dass ich mit meinen Fehlern nicht alleine bin. 

Dabei lässt sich diese Falle recht einfach entschärfen.

1. Nicht jeder Beitrag, nicht jede Webseite muss auf Seite eins landen. Die große Mehrheit deiner Beiträge und Webseiten wird nicht auf Seite eins gelistet, übernimmt aber dennoch wichtige Funktionen.
Deine Kontakt-Seite, deine Angebots-Seiten, deine persönlichsten Blogbeiträge ranken mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mit populären Keywords auf Seite eins bei Google. Aber sind sie deswegen weniger wertvoll für deine Leser:in?

2. Die Länge eines Textes ist kein Qualitätskriterium. Weder für Google noch für Leser:innen. Im Gegenteil, eine Faustregel für gute Webtexte sagt, fass dich kurz und gut – keep it sweet and short


6. Pfiati, Punkt und Komma!

Richte alle Gedankenkraft auf das Schreiben. Lass es damit gut sein und widerstehe dem Verlangen, deinen Text zur gleichen Zeit zu verbessern. Schreiben, löschen, springen, löschen – es ist ein stundenlanges hin und her. Es macht müde, doch den Text nicht besser. Es kostet dir wertvolle Zeit. 

So setzt du diesen Tipp einfach um

Während du schreibst, fällt dir eine bessere Formulierung ein. Jetzt würdest du den Satz oder die Phrase löschen und den Satz neu schreiben. Stop! Lass besagten Satz oder die Phrase stehen und beende den Satz. Schreibe im Anschluss einen neuen Satz mit der besseren Formulierung. Schreibe auf diese Weise den gesamten Text zu Ende. Sobald sich dein kleiner Finger Richtung Back-Taste streckt, holst du ihn zurück auf dein Ö und führst den Satz zu Ende.

Auf diese Weise schreibst du einen ersten Entwurf deines Textes. Mit vielen doppelten oder dreifachen Sätzen. Alten Gedanken, neuen, schlechteren und besseren Formulierungen. Und jeder Menge Buchstabendrehern, Tippfehlern und kreativer Kommasetzung. Diese Technik nutzen Autor:innen von Büchern und Romanen schon lange, doch ist sie jedem Schreibzweck dienlich. Probier es aus!

Fheler zuhlasen? schreiben mit Fehlern, das nützt es dir 

Die Schreiben mit Fehlern-Technik trickst die Perfektionistin in dir aus. Es geht darum, den ersten Entwurf deines Textes in kurzer Zeit zu schreiben. Ohne Punkt und Komma, dafür mit allen Gedanken, die sich dazu in deinem Kopf umtreiben. 


7. Der Bestie-Tratsch

Du setzt dich hin, bist motiviert, die Landingpage für dein neues 1:1 Coaching zu schreiben. Beginnst den ersten Satz. Bist unzufrieden. Löscht ihn. Löscht nicht mehr (weil du Tipp 6 beherzigt). Schreibst weiter. Doch was du sagen willst, steht einfach nicht da. Wie du die Worte auch drehst, es klingt kompliziert, zu lang, zu kurz, zu schwülstig, zu ungenau. Nach einer Stunde ist noch nicht einmal der erste Abschnitt fertig geschrieben. Frustriert öffnest du den Browser und versinkst im WWW. 

Wie gut kenne ich dieses Szenario. Wenn du das Gefühl hast, für dein Angebot keine passenden Worte zu finden, hab ich einen Tipp für dich (der bei mir immer funktioniert).

Stell dir vor, deine beste Freundin schickt dir eine Nachricht: „Was gibt’s?“ Jetzt startest du einen imaginären Kaffee-Chat. Schreib so, als ob du dieser EINEN Freund:in erzählst, was du in den Newsletter packst. Um es dir leichter zu machen, nimm dir ein Foto von dieser Person her und sprich mit ihr. Dieser Tipp hilft mir immer wieder dabei, meine Content-Blockade zu lockern. Die Idee vom Kaffee-Chat lässt meine Gedanken fließen und das Schreiben fühlt sich locker und lustig an.


8. Setz dir eine Deadline

Als Journalistin wurde mir etwas bewusst, das ich an der Uni noch für Zufall hielt: Ganz egal wie viel oder wenig Zeit bis zur Abgabe einer Arbeit ist – am Ende ist immer alles fertig

In bald 20 Jahren Schreibarbeit hab ich noch nie eine Deadline verpasst. Trotzdem bekomm ich dafür keinen Ordnen. Ziemlich sicher, weil ich damit nicht alleine bin. 

Was ist eine Deadline?

Der Begriff stammt aus der Medienwelt und bezieht sich auf den unaufschiebbaren Abgabeschluss für einen Text. Das Medium musste fixfertig mit korrigierten Texten, Bildern und Anzeigen rechtzeitig in die Druckerei, sonst stand die Produktion. Und das war unmöglich. Wer auch immer die Deadline verpasste war einen Kopf ärmer und um Freizeit reicher.

Warum Deadlines auch im 21. Jahrhundert noch funktionieren, obwohl der Abgabeschluss meist nichts mehr mit der Druckproduktion zu tun hat und selbst für Selbstständige wie mich funktioniert, die nicht fürchten müssen, wegen Versäumnis getadelt und gekündigt zu werden? 

Dazu gibt es die Theorie vom Parkinsonschen Gesetz für Zeitmanagement. Sie besagt: 

„Arbeit dehnt sich in genau dem Maß aus, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht.“ 

Zugegeben, das ist ein bisserl … 

W A S ?! 😳

Wenn du so wie ich nur Bahnhof verstehst, hier in einfacheren Worten: Dein Schreibprojekt nimmt sich immer die Zeit, die du ihm gibst. Setze dir ein realistisches Ziel und dann: Los!


9. Oberste Dringlickeitsstufe

Nur noch diese Anfrage beantworten.
Schnell noch Ordnung ins Terminchaos bringen.
Oder doch noch den Newsletter vorziehen, der schon letzte Woche hätte raus sollen.

Vielleicht kommt dir Szenen wie diese bekannt vor.

Dein Unterbewusstsein ist extrem mächtig (siehe Strategie 1). Es nutzt jeden Einwand, der eine Verzögerung deiner Deadline vor dir selbst rechtfertigt. 

Gleich welcher Einwand dich von der Content-Produktion abhält: Es wird immer einen neuen Einwand geben. Gegen diese Form der Aufschieberitis hilft nur die allerhöchste Dringlichkeitsstufe. Mach deine Content-Produktion zur obersten Priorität für dein Business.

Beginne ganz bewusst mit extra kurzen Schreibeinheiten und setze dir ein sehr kleines Ziel. Beispielsweise 15 Minuten für den ersten Entwurf der Einleitung für deinen nächsten Newsletter. Auf diese Weise sammelst du einfach und schnell eine Reihe von positiven Erlebnisse. Du wirst merken, wie schnell deine Motivation daran wächst.


10. Lavendel = Schreiben

Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Dein Unterbewusstsein ist extrem mächtig (siehe Strategien 1 und 9). Stell dich an seine Seite, indem du dich an seinen Mechanismen bedienst. Was ich damit meine, erkläre ich dir mit einer kurzen Anekdote.

Ein wesentlicher Bestandteil meiner Ausbildung zur Schreibtrainerin war, die Psychologie des Schreibens kennenzulernen. An einem dieser Blocktermine beschäftigten wir uns intensiv mit unserer inneren Kritikerin. Während wir schreibend reflektierten, stieg mir ein Geruch von Lavendel in die Nase. Es war der Wohlfühlgeruch der Dozentin, die damit ein Taschentuch benetzt hatte. Meiner Spürnase entging der Duft nicht: Augenblicklich ging das Kopfkino los: Sommerurlaub in der Toskana, das versteckte Lavendelfeld auf Valún – ich spürte warme Sonnenstrahlen auf meinen Wangen.

Seither riecht mein Büro nach Lavendel, wenn ich schreibe

Mein Gehirn verbindet Lavendel mit Schreiben und stellt auf Autopilot. Der Geruch ist mein Trigger. Wenn du dich für diese Strategie interessierst, empfehle ich dir den Bestseller Die Macht der Gewohnheit. Darin beschreibt Charles Duhigg, wie sich Routinen jeder Art bewusst erarbeiten lassen. Übrigens auch Tim Ferriss machte sich auf die Suche nach der Bedeutung und Ähnlichkeit von Handlungsmustern im Alltag erfolgreicher Menschen. Seine Erkenntnisse fasste er in Tools der Titanen zusammen. Gut möglich, wenn du das Buch schon kennst. Es ist ja so etwas wie die Bibel der Selbstoptimierungs-Lektüre geworden. 


11. Von der Reaktion zur Aktion

Das beste Zeitinvestment meines letzten Jahres war ein Content-Plan. Ich wollte raus aus dem spontanen Modus von der Reaktion, hinein in die Aktion. Und die Priorität von festen Produktionsterminen für meine eigenen Projekte in meinem Kalender genießen. Also blockte ich zwei Stunden Zeit in meinem Kalender und plante die nächsten drei Wochen in einem analogen Jahresplaner vor. So einfach – doch was für ein Unterschied! Plötzlich war da ein Plan. 

Auch du kannst einen Content-Plan kann für die nächsten drei bis sechs Wochen aufstellen. Oder ein Projekt-Plan für dein aktuelles Projekt – zum Beispiel der Launch deiner Website. 

Warum planen sinnvoll ist

Pläne sind wichtig, weil sie Struktur geben und damit Zeit sparen. Ein Content-Plan macht aus dir und deinen Ideen eine eigene kleine Redaktion. Ein Projekt-Plan zeigt dir auf einen Blick, was du alles brauchst, um deine Homepage zu veröffentlichen. 


  • Schneller schreiben: Und jetzt Du!

    Welche Tipps zum schnelleren Schreiben nutzt du? Welche spezifische Strategie aus diesem Beitrag ist neu für dich? Schreib mir gerne einen Kommentar darüber 👇

    Ich freue mich sehr über dein Feedback und sag vorsorglich schon mal danke dafür, dass du hier warst und deine Gedanken mit mir und allen Leser:innen teilst. 

Ähnliche Beiträge

2 Kommentare

  1. Liebe Claudia, das sind wirklich hilfreiche Tipps – danke Dir herzlich für diese sympathische, einzigartige Mischung (inkl. Wirksamkeit unseres olfaktorischen Gedächtnisses! 😉

    Man merkt – Du weißt aus eigener Erfahrung, was hier hilft.
    You indeed walk your talk 👍✍️. Danke!
    Liebe Grüße
    Luise

    1. Liebe Luise, danke für deine Wortspende 🙏🏻 Wie schön, wenn sogar für dich etwas Nützliches mit dabei ist. Seitdem ich meiner Nase mehr Aufmerksamkeit schenke, merk ich erst, wie sehr ich die Bedeutung des Geruchssinnes bei meiner Produktivität unterschätzt habe… Man lernt halt nie aus 😉
      Herzliche Grüße
      Claudia

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.